Lysistrata – Voll Schwuler Emanzen-Quatsch – ab 18 – Randfall Theater

Bringen Schwule oder Emanzen den Frieden?

Randfall-Theater zeigt zeitgenössisch-satirische Version des Klassikers Lysistrata

Bingen/Bad Kreuznach. Lysistrata heißt das neue Stück des Randfall-Amateurtheaters aus Bad Kreuznach. Aber nicht die klassische Version von Aristophanes wird gezeigt, sondern die schwul-frauenbewegten Abwandlung des Comic-Zeichners Ralf König („Der bewegte Mann“, „Kondom des Grauens“,  „Prototyp“). Am Samstag, 19. Januar, wird es auf der Binger Bühne in Bingen um 20 Uhr von der Bad Kreuznacher Truppe gezeigt.

Gleich 18 Frauen und Männer stehen dann auf der Bühne in der Martinstraße 3. Und alles fängt an wie bei Aristophanes im altgriechischen Original, das während des peloponnesischen Krieges Ende des 5. Jahrhunderts vor Christus spielt. Die beiden griechischen Vormächte Athen und Sparta bekriegen sich seit vielen Jahren. Die Chancen auf Frieden sind längst dahin. Den Frauen Athens und Spartas reicht das: „Gestern kam er mit nur einem Arm nach Hause: langsam finde ich das nicht mehr lustig“, beschwert sich eine Athenerin bei einem konspirativen Kaffeekränzchen, zu dem ihre Nachbarin Lysistrata, die Namensgeberin des Stücks, eingeladen hat. Und ihr sprechender Name heißt übersetzt nicht zufällig „Die den Krieg Verhindernde“ .

Die nach heutigen Maßstäben äußerst umtriebige Aktivistin will weiteres Kämpfen und Töten durch einen einfachen Kniff verhindern: Kein Sex mehr für Athens Männer bis Frieden herrscht. Lysistratas spartanischer Gegenpart Lampito sorgt für die gleichen Einschränkungen in Sparta. Den Herren der Schöpfung schlägt das zwar mächtig aufs Gemüt wie aufs Gemächt, doch dauern die Kämpfe erst einmal an. So weit, so originalgetreu.

Dann wird aus dem bisher sehr stark frauenbewegten Stück etwas anderes: Athens Schwule geraten nämlich auch in Bewegung. Durch geschicktes Lavieren können sie der attischen Militärführung einen Vorschlag zur Sex-Abhilfe unterbreiten, an den bisher noch keiner gedacht hatte: Nicht etwa simple Selbstbefriedigung, die bei Aristophanes gar nicht und bei König nur als Farce am Rande vorkommt, sondern, durch Sex mit Männern. Kurz: Zwangshomosexualität, die – wie man den heterosexuellen Männern versichern muss – selbstverständlich gar nichts mit schwul sein zu tun hat. Ob sie mit diesem vermeintlichen militärischen Vorteil schließlich den von ihnen ebenfalls ersehnten Frieden erzwingen werden, sei an dieser Stelle nicht verraten.

Königs gleichnamiger Comic, auf dem das Stück basiert, stammt aus den 80er-Jahren, als Deutschlands Schwule noch mit heftiger Diskriminierung zu kämpfen hatten, sich die mögliche Liberalisierung aber schon als Silberstreif am Horizont abzeichnete. Entsprechend sind Lysistrata und Lampito wie auch ihre schwulen Widersacher als Politaktivisten gezeichnet und werden von Randfall-Regisseur Maik Hempelmann auch so umgesetzt.

Immer wieder werden aktuelle Bezüge durch einfache Tricks hergestellt: Da hat zum Beispiel ein attischer Soldat doch tatsächlich ein Funkgerät am Mann, das verrät, dass Lysistrata auch bei den G20-Protesten im vergangenen Jahr dabei war. Auch wird die altgriechische Kostümierung immer wieder mit moderner Kleidung durchbrochen.

Da das Thema Sex eine sehr wichtige Rolle im Stück spielt, weist Produzent Stefan Butz darauf hin, dass die Vorführungen für Minderjährige nicht empfohlen werden. Butz hat selbst eine Hauptrolle übernommen. Als Lysistrata steht Alexandra Backes auf der Bühne.

Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen der Binger Bühne. Eine Kartenvorbestellung ist unter www.randfall.productions.de ab sofort möglich.

Datum

19 01 2019

Uhrzeit

20:00

Preis

Eintritt 14,-€, ermäßigt 12,-€, U27 7,-€ / Einlass 19:00

Mehr Informationen

Infos von Randfall-productions

Ort

Binger Bühne
Martinstraße 3, 55411 Bingen
Binger Bühne e.V.

Veranstalter

Binger Bühne e.V.
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